Mainacht

 

Die Mainacht (vom 30. April zum 01. Mai) ist für die Jungs der Maigesellschaft der eigentliche Feiertag. Denn das Maifest ist mit sehr viel Arbeit verbunden.

Einige Tage vor der Mainacht treffen sich die Maimitglieder, um den Maibaum zu holen. Dies war früher, und ist heute noch Knochenarbeit. Damals wurde der Baum allein mit Körperkraft aus dem Wald geholt. Heute hat man zwar die Hilfe von Traktoren usw., doch Bäume in einer Größenordnung von ca. 30 m sind schwer zu finden. Oft muß man sie aus Hängen und Böschungen holen, in die man auch mit Traktoren nicht gelangt. Bis zur Mainacht kam es nicht selten vor, daß von Neidern die Spitze abgesägt wurde. Dann war guter Rat teuer. Oft wurde ein paar Stunden vorher noch ein neuer Baum geholt. Oder wir haben die Abende zuvor damit verbracht, mit Eisenrohren, Schweißgeräten, Trennschleifern und vielem mehr, die Spitze wieder anzusetzen. Dabei wurde so genau gearbeitet, dass dies nicht auffiel, wenn der Baum stand. Alles wurde mit Holzfarbe mit Maserung“ überstrichen. Am 30.April gegen 18.00 Uhr trifft man sich, um den Baum zu schmücken. Früher geschah dies in einem kleinen Kreis. Heute ist es ein Ereignis, zu dem sich fast der ganze Ort versammelt.

Unsere Vorgänger setzten den Baum mit Leitern und Stangen auf. Dies ist heute nicht mehr möglich, da bei einer Baumlänge von bis zu 27 m die Gefahr zu groß ist, dass der Baum in ein benachbartes Haus schlägt. Aus diesem Grund warten heutzutage alle, dass »Fuzzi« mit seinem Kran kommt. Wenn der Baum endlich steht, wird von der MG und den Zuschauern das Mailied gesungen. Nach einem kräftigen und dreifachen »Mai-Heil«-Ruf wird erst einmal angestoßen. Ein Teil der MG baut nun eine Bude für die Nacht. Die anderen begeben sich zur Maikönigin, um dort den Baum des Maikönigs mit aufzustellen. Anschließend werden die Bäume der anderen gesetzt. Nun kommt wieder die Maiversteigerung zum Tragen. Wenn jemand seinem »Schatz« einen Maibaum setzen möchte, sie jedoch nicht bei der Maiversteigerung ersteigert hat, muss er sie jetzt demjenigen, der sie ersteigert hat, abkaufen. Jahrelang feierten am Feuer fast ausschließlich die Junggesellen. Vor einigen Jahren luden wir erstmalig die Leute aus dem Ort ein. Mittlerweile freuen wir uns über den Andrang, der sich bis in die frühen Morgenstunden mit Essen und Getränken für lau hinzieht. Um Mitternacht treffen sich noch einmal alle Mitglieder am Baum, um den Baum zu besingen.
Nachdem um 06.00 Uhr die Spuren der Nacht beseitigt wurden wird der traditionelle Dorfrundgang gemacht. Hier werden alle Bäume und Herzen, die nicht ordnungsgemäß bezahlt wurden, wieder heruntergeholt. Der Dorfrundgang endet bei der Königin, bei der ein »Sektfrühstück«statt findet. Oft geht dies bis zum Abend.